Das neue Spiel DomiNations mit Civilization-Elementen kommt gut an

| 6. April 2015 | 2 Comments

DomiNations IconWenn ein Multiplayer-Spiel neu rauskommt, hat man es selten, dass gleich alles klappt, in gutes Deutsch übersetzt ist und man insgesamt eine hohe Qualität der Gestaltung und des Spielinhalts erfährt. Als zum Beispiel Anno: Erschaffe ein Königreich veröffentlicht wurde, ging fast garnichts in dem Spiel, welches von vielen mit hohen Erwartungen herbeigesehnt worden war. Und so gab es reichlich Kloppe von den enttäuschten Fans.(Mittlerweile ist das Spiel da angekommen, wo es zum Start hätte sein sollen.)

Das neu erschienene DomiNations zeigt keine Startprobleme und wirbt damit, dass Brian Reynolds, der auch an Civilization II und Rise of Nations beteiligt war, das Game-Design übernommen hat. Und so fühlt man sich als alter Civ-Fan wie Zuhause. Doch ist das Spiel kein weiteres Civilization-Spiel, sondern eher eine Mischung aus den üblichen Clash-of-Clans Clonen mit ein klein wenig Civilization und Age of Empires Anteil.

Du startest Deine “Nation” als Dorf in der Steinzeit und baust dieses durch die Weltgeschichtsepochen immer weiter aus. Wie bei ähnlichen Spielen dieser Art haben alle Gebäude eine Funktion und werden Stufe für Stufe ausgebaut. Dabei werden die Wartezeiten – wie gewohnt – auch immer länger. Hier hat man sich aber etwas Niedliches einfallen lassen: Deine Dorfbewohner gehen auf die Jagd, roden Wälder und finden dabei Ruinen und Goldvorkommen. So wird eifrig Gold abgebaut, werden Hirsche, Hasen, Wildschweine, Füchse und Rehe gejagt und Apfelbäume abgeerntet. Man hat also immer etwas zu tun.

Damit auch die Schlachten nicht zu kurz kommen, bildet man Soldaten aus, baut Verteidigungsanlagen und kann dann in Einzelspieler-Kampagnen andere Länder, aber eigentlich andere Dörfer angreifen. Multiplayer gibt es auch, das geht aber nur, wenn man nicht gerade eine Friedenszeit hat – und davon gibt es am Anfang als Aufbauhilfe viele. Später kann man auch Allianzen gründen oder bestehenden Allianzen beitreten – es ist auch möglich, bedeutende Heerführer zu rekrutieren und von ihrer Erfahrung zu profitieren.

Das große Plus des Spiels ist die vielfältige Animation. Da kommen Abordnungen von anderen Dörfern, die Geschenke bringen, die Jagd ist voll animiert und so bewegt sich auf dem Bildschirm immer etwas.

Ich habe es seit dem ersten Tag gespielt, bin mittlerweile im Mittelalter, habe zwei Weltwunder gebaut (eine weitere Civilizations-Anleihe) und mich für eine Nation entschieden. Jede dieser Nationen hat individuelle Vorteile, die sich aber wohl im Gesamtbild aufheben.

Die Multiplayer-Kämpfe sind speziell: Wenn Du Deine Truppenplätze in der Kaserne mit Soldaten gefüllt hast und eventuell auch noch einige Söldner rekrutieren konntest, dann kannst Du einen anderen Spieler angreifen. Das Spiel wählt dann zufällig einen Spieler aus, der gerade nicht online ist und keine Friedenszeit hat. Durch die zufällige Auswahl kann es sein, dass Du gegen einen wesentlich stärkeren Spieler antrittst, oder auch gegen einen, der noch nicht so weit ist. Dessen Soldaten in der Kaserne spielen hier keine Rolle, stattdessen erfolgt die Verteidigung durch (relativ schwache) Wachtürme, Mauern, Ballisten und Garnisonstruppen. Über die Bücherei und Weltwunder kann man ein paar weitere Verteidigungstruppen erhalten. Die Besonderheit: Ein Angriff dauert maximal drei Minuten – und so ist es die Aufgabe den Angegriffenen, den Angriff möglichst lange aufzuhalten. Doch gibt es die bremsenden Mauern leider nur in begrenzter Stückzahl und nicht ausreichend, um die eigenen Gebäude voll schützen zu können. Interessant ist auch, dass der Angreifer nur eine Option hat, in den kampf noch einzugreifen, er kann ein bevorzugtes Angriffsziel über das Visier auswählen. Alle Truppen greifen dann das Ziel an. Das Visier braucht anschließend 30 Sekunden zum Wiederaufladen.

Wenn Du einen Gegner angreifst, achte deshalb darauf, dass Du Deine Truppen richtig platzierst, am Besten da, wo Du am schnellsten Zugang zu seinen Gebäuden bekommst. Denn wenn es Dir gelingt, 50 Prozent der Gebäude zu zerstören, hast Du schon gewonnen. Weitere Siegmöglichkeiten gibt es auch: Du kannst das Stadtzentrum zerstören, alles zerstören, usw. Für jeden Sieg gibt es Orden, für jede Niederlage werden Dir Orden abgenommen. Die Anzahl richtet sich an der Qualität des Sieges oder der Niederlage. Über die Orden kannst Du in Ligen aufsteigen, das bringt eine tägliche Belohnung und eine höhere Chance auf vergleichbare Gegner.

Ich habe Euch mal ein Video eingebettet, in dem in englischer Sprache die ersten Schritte im Spiel gut erklärt werden. Mehr Tutorial-Videos gibt es hier. Das Spiel bietet selbst eine gute Einführung in deutscher Sprache, die Dich durch die ersten Epochen begleitet.

Meine Empfehlung ist ganz klar: Das Spiel auf dem iPad installieren und sich ins Abenteuer stürzen. Ob das Spiel tatsächlich endet, wenn man das Raumfahrtzeitalter schafft, weiß ich nicht – aber ich nehme mal an, dass es nicht passieren kann, dass man sein Dorf verliert.

Noch ein Wort zum Abschluss zu den In-App Käufen im Spiel: Ich finde es gut, dass man mit den Käufen einzig und allein die Wartezeiten reduzieren kann. Ein Kauf von besseren Kriegern oder effizienteren Gebäuden ist hier nicht möglich. So brauchen die Spieler, die kein Geld investieren möchten, einfach nur etwas mehr Geduld – und das ist ok.

DomiNations läuft auf iPhone, iPod Touch und iPad mit iOS 7.0 oder neuer. Die App hat 86,7 MB und ist in gutem Deutsch. Die App ist dauerhaft kostenlos und finanziert sich durch In-App-Käufe.

DomiNations macht insgesamt einen sehr guten Eindruck.

DomiNations macht insgesamt einen sehr guten Eindruck.

 

 

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Category: Allgemein, Pay-to-win-Spiele, Spiele kostenlos

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Markus Burgdorf startete App-kostenlos.de im Januar 2010 und hat seitdem über 10.000 Apps getestet. Mittlerweile berät er über die App Agency App-Herausgeber in den Bereichen Vermarktung von Apps, Entwicklung von Apps, Internationalisierung und arbeitet mit seinen Kunden daran, das Nutzererlebnis bei der Verwendung von Apps zu verbessern.

Comments (2)

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  1. Ed sagt:

    Dieses Spiel ist nach kurzer Einspielphase rgelerecht langweilig. Alle Bau- und Upgradephasen dauern sher lange und sind mega teuer. Soviel Ressourcen lassen sich nicht erspielen, da man auch ständig angegriffen wird und Sparguthaben nicht gesichert werden können.
    Es ist mir unverständlich wie das Spiel ständig positiv bewertet wird, da hier wie gesagt nach kurzer Phase kein Spielvergnügen mehr gegeben ist. Wochenlanges Sparen ohne jeglichen Spielfaktor. Was bitte schön ist daran eine positive Bewertung wert???

  2. Hallo Ed,

    Du hast Recht, je länger man spielt, desto langwieriger sind Entwicklungen und Verbesserungen. Zudem fällt auf, dass man nicht wirkungsvoll verteidigen kann, weil die Anzahl der eigenen Truppen limitiert ist und man zusätzlich zu wenig Verteidigungsanlagen bauen kann. So reichen die verfügbaren Mauerelemente nicht mal dazu aus, das Dorf zu umschließen. Ein Angreifer findet so immer eine Stelle, in der er in das Dorf eindringen kann. Der zunächst sehr positive Anfang mit guter Grafik und einigen neuen Ideen wird dadurch nach längerem Spiel aufgehoben. Aber das hat man ja leider bei allen Multiplayer-Aufbauspielen. Hier werden einfach irgendwann (nämlich wenn der Spieler so viel Zeit investiert hat, dass er an seinem Dorf oder seiner Basis hängt) In-App-Käufe erwartet…

    Insofern kann ich Dir mit Deiner Langfrist-Beurteilung Recht geben.

    Grüße von Markus

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