Agent Alice – Licht und Schatten nah beieinander

| 4. März 2015 | 0 Comments

Agent Alice IconIch beobachte seit Tagen die sehr gute Chart-Position von Agent Alice, dem am 25. Februar veröffentlichten Krimi-Spiel von wooga. Ein toller Erfolg für die Berliner Spieleschmiede, ist doch das Spiel auch international gut eingeschlagen.

Du begleitest hier Agent Alice Wallace im Amerika der 60er Jahre bei ihren Ermittlungen in Kriminalfällen. Dazu folgst Du der vorgegebenen Geschichte, löst Wimmelbildaufgaben, findest Unterschiede in Bildern und kombinierst auch mal Zettelstücke oder Schlosscodes.

Das Spiel ist free to play, das bedeutet hier, dass Du mit jeder Aufgabe Energie verbrauchst und nach dem Aufbrauchen Deiner Energie eine ganze Weile warten musst, um weiterspielen zu können. Natürlich kannst Du die Wartezeiten auch mit In-App-Käufen vermeiden, das geht aber schnell ins Geld.

Ich persönlich finde das Spiel etwas holprig. Ja holprig ist der richtige Ausdruck. Die Übergänge sind nicht elegant, die Geschichte ist nicht wirklich fesselnd und auch bei der Grafik gibt es Momente, wo das Spiel noch etwas unfertig wirkt. Ich würde mir auch etwas realistischere Kriminalfälle wünschen

Dabei ist das Spiel ein sehr naher Clon von Criminal Case. Da ist so viel übernommen worden, dass man schon fast von einer Kopie sprechen kann. Ok, hier ist etwas mehr Rahmenhandlung eingebaut, aber ansonsten hat man wohl fast alles bei Criminal Case abgeschaut. Die Wertungen der Wimmelbildaufgaben, das Sterne-System, die Energieleiste und die Sonderaufgaben, die zum Teil in Mini-Games münden.

Criminal Case wirkt insgesamt flüssiger und hat natürlich den Vorteil, dass es da schon 51 voneinander unabhängige Fälle mit jeweils 12 Tatorten oder zum Fall gehörenden Plätzen zum Lösen gibt. Auch hier gibt es Wimmelbildszenen, Bildervergleich, Bilderpuzzle und unterschiedliche Mini-Spiele zur Auflockerung.

Auch wenn ich normalerweise von engen facebook-Bindungen bei Spielen nicht so viel halte, hat man das bei Criminal Case gut ins Spiel integriert, denn hier helfen sich facebook-Freunde mit Energie und Zeitersparnis und “ermitteln” zusammen. Die facebook-Anbindung fehlt bei Agent Alice (noch).

wooga will mit Agent Alice schnell aufschließen und verspricht den Nutzern jede Woche (!) neue Episoden. Bisher sind acht Episoden zu lösen. Das ist ziemlich ambitioniert und könnte darin münden, dass Inhalte nur leicht modifiziert wiederholt werden.

Gut gefällt mir bei Agent Alice, dass die eigentlich recht leichten Wimmelbild-Suchbilder immer wieder variiert werden. Der Lerneffekt “da ist die Socke, hier der Hut und dort die Ratte”, der bei Criminal Case zu immer schnelleren Bildlösungen und damit höheren Punktzahlen verhilft, wird hier dadurch zumindest teilweise unterbrochen, dass an Positionen, wo vorher ein bestimmter Gegenstand war nun plötzlich ein anderer Gegenstand ist. Das trickst das Gehirn etwas aus, denn das vermutet noch den alten Gegenstand an dem Platz.

Dafür fehlt bei Agent Alice der Wettkampf mit den Freunden, der Criminal Case noch einen weiteren Pluspunkt gibt. Die Punktergebnisse aus den Spielen werden bei Criminal Case nämlich prominent sichtbar in eine Rangliste eingetragen, wo man dann immer wieder sehen kann, welche Freunde (noch) vorneliegen.

Grundsätzlich ist Agent Alice trotz der leichten Mängel ein solides Wimmelbild-Adventure, welches sich aufgrund der Spielzeitbeschränkung für das Spiel zwischendurch gut eignet. Die Suchbegriffe sind in richtigem Deutsch und die zu suchenden Gegenstände nicht zu sehr versteckt (wie in der Spielvorstellung gestern kritisiert). Dafür sind die Aufgaben etwas zu leicht und so hat man in gerademal 5 bis 10 Minuten seine Energie aufgebraucht und muss dann wieder warten…

Es bleibt abzuwarten, ob die Entwickler das Tempo mit der Veröffentlichung neuer Episoden halten können. Da so vieles von Criminal Case übernommen wurde, fühlen sich Criminal Case Spieler sicher auch bei Agentin Alice schnell Zuhause. Und so kann man die jeweiligen Wartezeiten der Spiele gut damit überbrücken, dass man dann das jeweils andere Spiel spielt.

Agent Alice läuft auf iPhone, iPod Touch und iPad mit iOS 7.0 oder neuer. Das Spiel belegt 80,5 MB und wird als free to play dauerhaft kostenlos angeboten.

 

Spielprinzip von Criminal Case übernommen - aber eigene Inhalte mit geführten Falllösungen und zusätzlich zu Wimmelbildszenen allerlei Mini-Spielen.

Spielprinzip von Criminal Case übernommen – aber eigene Inhalte mit geführten Falllösungen und zusätzlich zu recht einfach lösbaren Wimmelbildszenen allerlei Mini-Spiele.

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Category: Kostenlose Apps, Pay-to-win-Spiele, Spiele kostenlos

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Markus Burgdorf startete App-kostenlos.de im Januar 2010 und hat seitdem über 10.000 Apps getestet. Mittlerweile berät er über die App Agency App-Herausgeber in den Bereichen Vermarktung von Apps, Entwicklung von Apps, Internationalisierung und arbeitet mit seinen Kunden daran, das Nutzererlebnis bei der Verwendung von Apps zu verbessern.

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