Ach Gameloft, was ist das denn schon wieder? Total Conquest ist kein Download-Tipp…

| 7. Oktober 2013 | 2 Kommentare

Total Conquest IconMitte September hat Gameloft das Spiel Total Conquest – Online Schlacht und Strategie neu veröffentlicht. In diesem Spiel baust Du eine römische Provinz auf, erledigst Missionen und kämpfst gegen andere Spieler. Das erinnert von der Gestaltung etwas an Asterix und Clash of Clans. Es ist also eine der mittlerweile vielen, vielen ähnlichen Spiele, die man kostenlos laden und auch spielen kann, die sich aber dadurch finanzieren, dass möglichst viele Spieler die Spielwährung für echtes Geld dazukaufen.

Richtig gute Spiele machen das so, dass sie Dich ziemlich lange – teils über Wochen und Monate – in das Spiel hineinziehen und Dir dann gewisse Vorteile anbieten, die viele Spieler dann auch gerne annehmen. Dazu gehört aber, dass die erste Zeit im Spiel abwechslungsreich und spannend ist. Dass Du Erfolge hast und Dir Dein virtuelles Reich, Deine Burg oder Stadt ans Herz wächst. Dann bist Du als Spieler auch bereit, etwas für den Fortbestand und die weitere Entwicklung zu investieren.

Ich verdamme deshalb auch nicht generell diese Free-to-play oder Freemium-Spiele, ich greife nur die Auswüchse an, die ganz dreisten Fälle.

In Total Conquest haben die Entwickler dramatische Fehler gemacht, die dem Spieler den Spaß einfach zu schnell verderben.

1. Die Bauzeiten und Upgradezeiten für Gebäude sind unverschämt lang. Wenn ich ein Gebäude bauen und ein zweites upgrade, kann ich das Spiel nur schließen und abwarten. Das sind dann im Level 13 schon mal zwei Tage. Oft vergesse ich das dann, es gibt schließlich Wichtigeres, als nur darauf zu warten, wann der Bauauftrag fertig ist. Diese Bauzeiten sind nicht erst in Level 13 so extrem, sie verlangsamen sich bereits in früheren Levels deutlich.

2. Um einer Allianz beitreten zu können, muss ich ein Forum haben, das braucht zwei Tage und erfordert ein Rathaus in Level 5 (kostet 100.000 Taler). Achja, das Forum kostet 200.000 Taler… Ohne Allianz werde ich regelmäßig angegriffen, was direkt zum nächsten Kritikpunkt überleitet:

3. In der Stadt übernimmt eine Miliz die Verteidigung. Da kann man am Anfang ganze vier Soldaten abstellen. Wird man also angegriffen, so schaut die eigene Armee untätig zu, während die vier Milizen überrannt werden. So ein Quatsch habe ich lange nicht gesehen…

4. Natürlich kann man alles beschleunigen, dafür braucht man dann Marken. Diese Marken kann man auch in Kämpfen einsetzen, denn über sie gibt es scheinbar unbegrenzt neue Truppen für den Kampf. Das ist auch geschickt gemacht, denn da, wo man die Truppen zum Platzieren auswählt, geht es dann unterbrechungsfrei mit Truppenverstärkungen gegen Marken weiter… Und eine Truhe voller Marken kostet auch nur 89,99 Euro. Ok, es gibt auch kleinere Markenpäckchen, aber die halten nicht lange. Man gewinnt den Eindruck, dass das ganze Spiel nur um den möglichst häufigen Kauf von Marken herumgebaut wurde – und das schmeckt dann doch bitter.

5. Die Verbindungsqualität des Spiels zum Spielserver von Gameloft ist eine Unverschämtheit. Selbst bei 100 MBit WLAN loggt sich das Spiel ständig aus, hat dann oft nicht einmal gespeichert und man muss das Spiel komplett neu starten, was im günstigsten Fall 10 Sekunden dauert, aber sich auch öfter mal hinziehen kann.

6. Auffällig sind die Bewertungen. Entweder ist man total begeistert oder weist auf die Fehler hin. Sind die Begeisterten alle blind, oder haben sie sich nur viel zu schnell zu einer Bewertung hinreissen lassen?

Insgesamt verleiden diese Spielverhinderer den Spaß recht deutlich, so dass man nur davon abraten kann, das Spiel zu installieren. Man wird nach ein paar Tagen entnervt aufgeben und das Spiel löschen – dann hat man allerdings Zeit mit einem Aufbau- und Onlinekampfspiel verdaddelt, das diese Zeit nicht verdient hat.

Total Conquest Screens

Das Spiel ist niedlich gezeichnet und gut animiert – leider kann das nicht von den erheblichen Schächen ablenken.

 

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Kategorie: Allgemein, Appzocke, Neue Apps

Über den Autor ()

Markus Burgdorf startete App-kostenlos.de im Januar 2010 und hat seitdem über 10.000 Apps getestet. Mittlerweile berät er über die App Agency App-Herausgeber in den Bereichen Vermarktung von Apps, Entwicklung von Apps, Internationalisierung und arbeitet mit seinen Kunden daran, das Nutzererlebnis bei der Verwendung von Apps zu verbessern.

Kommentare (2)

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  1. fumpen sagt:

    Wahr gesprochen – aus genau den genannten gründen habe ich die App gerade zum 2ten Mal gelöscht – trotz der tollen grafischen Gestaltung.
    Was´n Keu!

  2. Johan sagt:

    Schlechteste download den ich jemals gemacht habe. „das ganze Spiel nur um den möglichst häufigen Kauf von Marken herumgebaut wurde“ – vollkommen richtig, eine Frechheit!

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