Gameloft erntet Kritik für Let’s Golf 3 – Spielen ohne In-App-Kauf nur begrenzt möglich

| 18. August 2011 | noch kein Kommentar

Wovon träumt jeder App-Publisher? Von wiederkehrenden Einnahmen, die sich immer weiter steigern lassen. Und so gibt es immer mehr Apps, die zwar kostenlos oder sehr günstig geladen werden können, aber zum Teil ganz erhebliche Folgekosten verursachen, wenn man sie tatsächlich nutzen möchte. Das gilt nicht nur für Spiele, sondern auch zunehmend für Anwendungen.

Besonders aktiv sind in diesem Bereich der App-Monetarisierung die Online-Spieleanbieter, die die Spieler mit einem kostenlosen Start in das Spiel ziehen, um dann, wenn der Ehrgeiz des Spielers erwacht, die Hand aufzuhalten und Schranken zu errichten, an denen man als Nichtzahler aufgehalten wird. Man kann dann entweder warten oder zahlen. Besonders perfide läuft das zum Beispiel beim Spiel War 2 Victory, wo man zunächst recht flüssig spielen kann. Man wird hier eigentlich nur die Produktionszeiten gebremst, die man Geld auch verringern kann. Erreicht man aber nach wochenlangem täglichen Spiel den Level neun, braucht man zum weiteren Ausbau Diamanten, die man im Spiel kaum bekommt und somit kaufen muss. Jedes einzelne Gebäude, das man auf Level 10 anheben möchte, verbraucht dann diese Diamanten. Und so werden Spieler zu Abonnenten gemacht, denn diese Diamanten muss man immer wieder nachkaufen, um weiterspielen zu können. Ich habe das Spiel gelöscht und den Beitrag darüber aktualisiert. So etwas fällt beim Testen erst auf, wenn man lange genug das Spiel laufen lässt. Ein Grund, warum wir bei Neuerscheinungen gerne erst ein paar Tage warten, bevor wir über eine App schreiben.

Nun aber zu Gameloft: Deren Spiele Let’s Golf und Let’s Golf 2 sind sehr beliebte Spiele. Im Gegensatz zu dem etwas ernsthafter wirkenden Tiger Woods PGA Tour 12 von Electronic Arts hat man hier ein Spiel mit niedlichen Spielfiguren und comicstyle Grafik geschaffen, das alle Altersgruppen anspricht. Das Spiel wurde in Aktionen auch mal für 79 Cent verkauft, kostete normal aber 3,99 Euro. Der am 11. August veröffentlichte Nachfolger Let’s Golf 3 kam nun kostenlos. Die Vorgängerversionen sind im App Store nun nicht mehr erhältlich, was ich persönlich für eine Fehlentscheidung halte.

Doch die Freude über das vermeintliche Schnäppchen zur Einführung von Let’s Golf 3 währte bei den Nutzern nicht lang. Schon bald mussten sie feststellen, dass Gameloft einfach das Erlösmodell geändert hat. Das Spiel wird kostenlos abgegeben, doch wer es intensiv spielen möchte, wird zur Kasse gebeten. Man startet nämlich mit 5 Energiepunkten – und jedes Spiel aufs Loch kostet einen Energiepunkt. Zum Start gibt es auch nur einen freigeschalteten Golfkurs, der Instruktor weist aber natürlich darauf hin, dass man die anderen Kurse jederzeit mit Geld freischalten kann. Zuerst durchläuft man ein Tutorial, in dem die Bedienung des Spiels am Beispiel des ersten Lochs erklärt wird. Zum Ende des Tutorials besucht man auch den Shop, wo man für die Spielwährung Verbesserungen des Spielers in Form von Kleidung und anderen Gegenständen kaufen kann.

Im Spiel habe ich jetzt das erste Loch nach mehreren Versuche mit einem Birdie geschafft, ich habe also einen Schlag weniger gebraucht, als vorgegeben. Schon beim zweiten Loch passiert es. Ich möchte das Loch wiederholen und das Spiel fordert mich auf, Energie zu kaufen. Alternativ darf ich 50 Minuten warten. Wartet man nun tatsächlich 50 Minuten, gibt es einen Energiepunkt, der bei mir für zwei Versuche gelangt hat. Danach kam die nächste Sperre – und wieder 50 Minuten warten.

Die Enttäuschung der Spieler ist groß. Und das entlädt sich jetzt in Kommentaren im App Store, die das Spiel und vor allem das Erlösmodell heftig kritisieren. Ich kann die Enttäuschung verstehen, denn schon nach 5 Versuchen, ein oder mehrere Löcher zu spielen, kann man ohne Geld nicht weitermachen. Diese Grenze wird nicht nur von den Profis schnell erreicht, auch der Gelegenheitsspieler wird schnell den Punkt erreichen, wo man entweder warten oder zahlen muss.

Die Forderung der Nutzer ist eindeutig: Gameloft soll zum bisherigen Zahlmodell zurückkehren und das Spiel lieber einmalig für 5,49 Euro verkaufen. Wir schließen uns dem an.

Let's Golf 3 Screenshot

Grafisch und von der Bedienung her ist Let's Golf 3 auf einem hohen Niveau und könnte ein tolles Spiel sein, wenn da nicht die Bezahlschranke für Unmut sorgen würde.

Unsere Bewertung:

 

Das Spiel selbst ist gut gemacht, man erkennt einige Verbesserungen im Vergleich mit der Vorgängerversion. Das würde für 4,5 Sterne reichen. Aufgrund des Bezahlmodells haben wir jedoch zwei Sterne abgezogen, weil das Spiel mit dieser Beschränkung nervt.

 

Nutzerbewertung im deutschen App Store:

 

 

Direkt nach dem Start waren die Bewertungen zum Teil sehr gut, wohl bis die Spieler die Zahlgrenze erreichten, denn die letzten Bewertungen sind fast durchgehend negativ.

Downloadlink:

 

 

(712 MB)

Bemerkungen:

  • Läuft auf iPhone 3GS, iPhone 4, iPod touch (3. Generation), iPod touch (4. Generation) und iPad. Braucht iOS 3.1.3 oder neuer.
  • Das Spiel bietet 10 Sprachen, die über die Einstellungen ausgewählt werden können
  • Aufgrund der Spielgröße ist das Spiel nur über WIFI oder den Rechner ladbar.

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Kategorie: Appzocke, Kostenlose Apps, Neue Apps, Spiele kostenlos

Über den Autor des Beitrages: ()

Markus Burgdorf startete App-kostenlos.de im Januar 2010 und hat seitdem über 10.000 Apps getestet. Mittlerweile berät er über die App Agency App-Herausgeber in den Bereichen Vermarktung von Apps, Entwicklung von Apps, Internationalisierung und arbeitet mit seinen Kunden daran, das Nutzererlebnis bei der Verwendung von Apps zu verbessern.

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